Was ich für mich von der Giardina mitgenommen habe

Die Giardina in Zürich widmet sich ganz der Gartengestaltung im Privatgartenbereich, nur 10% der Anbieter kommen aus Deutschland
Die Giardina in Zürich widmet sich ganz der Gartengestaltung im Privatgartenbereich, nur 10% der Anbieter kommen aus Deutschland

Die Vorfreude auf den Besuch der Fachmesse Giardina in Zürich war wieder sehr groß. Der letzte Besuch lag 2 Jahre zurück und ich erinnere, wie motiviert und voller toller Eindrücke ich zurückkam in die norddeutsche Tiefebene mit nur 6 Grad Frühlingsmilde. Die Wirkung dieses Branchentreffs ist für mich eine ganz starke. Ich sehe meinen Beruf einmal mehr mit anderen Augen und erinnere mich daran, was unsere Aufgabe wirklich ist. Das hat Wirkung. Der Reihe nach:

Zürich, 20 Grad, Sonne und wunderbare Schweizer Luft. Die erste Halle: Renommierte Schweizer Gartenbauer zeigen beeindruckend, wie sie den Gartentrend „Natürlichkeit“ sehen und mit baulichen Massnahmen, sorgfältiger Pflanzenwahl und dem Einsatz ausgesuchten Materials umsetzen. In Form exzellenter, wirklich atemberaubender Schaugärten,  die an das Niveau der Chelsea Flower Show längst heranreichen. Natürlich wirkende, lebendige Bepflanzungen sind auch bei uns im Trend. Garten-, Terrassen und Balkonbesitzer möchten Natürlichkeit für sich zelebrieren und diese mit möglichst kleinem Aufwand dauerhaft geniessen. Nicht nur die Bepflanzung lehnt sich hier an die Natur an: Bodenplatten und Möbel aus lokalem Naturstein, geflochtene Trennwände oder Skulpturen aus Holz und Metall schaffen hier sehr stimmige Gartenbilder. Die neue Natürlichkeit im Garten lebt von ganz bewussten Eingriffen: Üppige, winterharte Kletterpflanzen wie Wilder Wein, Clematis oder Rambler-Rosen machen harte architektonische Kanten weicher. Ein charaktervolles Gehölz mit bizzarem Wuchs belebt die Hausgarten-Idylle mit etwas Dramatik. Neue Natürlichkeit hat in Zürich ganz viele Facetten.

Die Pflanzentrends

Im Trend liegen Pflanzen, die einen "Blumenwiesen-Look“ erzeugen, jedoch unbedingt kitsch- und klischeebefreit. Besonders gefragt sind widerstandsfähige, filigran wirkende Pflanzen mit verzweigtem Wuchs und zarten, einfachen Blüten. Während es früher undenkbar schien, abgeblühte Blütenköpfe stehen zu lassen, wählt man heute bewusst Stauden und Ziergräser, die nach der Blüte attraktive Samenstände bilden. Früh blühende einheimische und spät blühende nicht heimische Pflanzen bieten Insekten Nahrung. Dauerhafte Stauden mit natürlicher Anmutung tragen wohlklingende Namen wie etwa Fetthenne (Sedum), weisse Prachtkerze (Gaura lindheimeri ‘Whirling Butterflies’), Brandkraut (Phlomis russeliana), Perlgras (Melica), Bronzefenchel (Foeniculum vulgare ‘Rubrum’), Steppensalbei (Salvia nemorosa), Myrtenaster (Aster ericoides) oder auch Silber-Chinaschilf (Miscanthus sinensis ‘Graziella’). Sehr interessant und beispielhaft: Gartenbauer Egli Grün sowie Winkler & Richard Naturgärten zeigten Wege auf, wie die neue Natürlichkeit interpretiert werden kann. Egli schafft trotz moderner Gestaltung ganz natürlich anmutende Gärten. Bei Winkler & Richard geht man in einen urbanen und gleichzeitig wildromantisch gestalteten Innenhof. Auch bei diesen Schaugärten vermischen sich moderne Elemente mit natürlicher Bepflanzung zu tollen, sehr stimmigen Gesamtbildern. Es zeigt sich bei den Schaugärten: Auch „wildromantische“ Naturgärten sind eben gestaltete Gärten, denen ein Konzept zugrunde liegt. Ohne Konzept kein großer Wurf bei neu definierter „Natürlichkeit“. Eine natürliche Gartengestaltung hat etwas Ganzheitliches. Sie fügt sich harmonisch ein durch die Verwendung von vor allem regionalen Naturmaterialien. Eine natürliche Gartengestaltung ist im heutigen Ideal dynamisch und lebendig und auch alltagstauglich. Das ist auch, was unsere Kunden verlangen. Und ich verstehe das.

Höchstleistungs-Schau

Garten-Anlagen, die sonst in monatelanger Arbeit gebaut werden, entstanden in den Messhallen in nur 9 Tagen. Möglich gemacht haben dies die logistischen und bauplanerischen Höchstleistungen aller Beteiligten. Dies zu sehen ist allein schon für einen GaLaBauer wie mich ein Genuss. Sehr schön fand ich in den Schaugärten und den angrenzenden Hallen hochwertige Unikate und Objekte von traditionsreichen Schweizer Manufakturen und Designern und Konstrukteuren aus dem nahen Ausland. Z.B. handgeschmiedete Lampen, wunderschöne Möbel aus antikem Alpenholz oder Lavastein. Oder eine Wasserraduhr, interessante Skulpturen oder Holzobjekte, die gleichzeitig Sitzgelegenheit, Spielburg und Blickfang im Garten sind. Die Auswahl an Produkten die im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon stimmungsvolle Akzente setzen, war wieder gross und vielseitig und sehr inspirierend. Die Produkte konnten alle vor Ort erworben werden. Ich habe nur Fotos gemacht.

Möbel und Accessoires

Mit schönen Möbeln und stimmungsvolle Accessoires bekommt jeder Aussenbereich ein besonderes Ambiente und eine persönliche Note. An der Giardina zeigte altrimenti antike Kleinmöbel, die dank neuem Anstrich zu einzigartigen Unikaten werden. Peter Hansen Ceramic Design gestaltet sehenswerte Leuchtobjekte aus Keramik, flechtart faszinierte die Besucher mit vor Ort geflochtenen lebendigen und geschwungenen Sichtschutzwänden aus Weiden. Und Eternit (Schweiz) AG beweist, dass aus Faserzement zeitlos elegante Pflanzengefässe, Möbel und Accessoires entstehen können. Betonmöbel nennt man es hier bewusst nicht.

Kunstwerke aus Holz

Vom einfachen Holztisch über direkt aus riesigen Baumstämmen gearbeitete Liegen bis hin zur organisch geformten Liegehöhle, der freischaffende Künstler Wagner aus dem deutschen Markdorf sägt per Kettensäge aus riesigen Eichenstämmen einmalige Unikate. Patrick Hostettler von NATURART erschafft in seinem Frauenfelder Atelier beliebte Objekte aus Schweizer Holz. Die durch jahrzehntelanges Einwirken der Natur entstandenen Hölzer verwandelt er in Kunstobjekte. Aus Engadiner Schwemmholz und Olivenholz aus Korfu entstehen einzigartige Tische, Spiegel, Lichtobjekte oder Kerzenständer. moveART macht Holzskulpturen erlebbar: Alle Generationen sind eingeladen, sich auf ihren grossformatigen Bänken und Skulpturen auszuruhen, auf ihnen zu klettern, zu rutschen oder zu balancieren.

Feuer und Metallobjekte für den Garten

Handwerkskünstler wie Stefan Traber von STETRA kreieren aus Metall Erlebnisgrills, die auf Wunsch auch individuell gestaltet werden können. Nutt Design Anstalt ist auf Grills und spezielle Feuerstellen aus Stahl spezialisiert. Auch Fackeln, Lichtobjekte, Sitzmöbel oder Kunstobjekte können aus Stahl gefertigt werden. So zum Beispiel von Andrea Stahl, die seit 30 Jahren interessante Kunstwerke plant, kreiert und schweisst. Nick Hoeltschi präsentierte an der Giardina 2017 einen Auszug aus seinem Schaffen, welches Skulpturen, Geländer, Feuerobjekte, Möbel und Bilder aus Metall umfasst. Eine seiner neusten Schöpfungen ist eine spektakuläre Wasserraduhr, ein Unikat. Aber auch Pflanzgefässe habe ich gesehen: Aussteller wie Grütter Metallwaren AG präsentieren elegante Gefässe aus Stahl, die sich harmonisch und stilvoll in jede Umgebung einfügen.

Gemeisselt in Stein

Nicht nur traditionelle Gestaltungselemente wie Bodenbeläge, Mauern oder Treppen werden aus einheimischen Steinen gestaltet, sondern auch Möbel, Skulpturen oder Brunnen. Fontarocca Natursteine aus Mönchaltdorf fertigt klassische und antike Brunnen, Brunnen aus Findlingen, Wasserspiele oder Vogeltränken. Oder auch Scheidegger & Kunz, sie zeigen an der Giardina 2017 Kunstwerke aus Stein, verspielte und opulente Skulpturen und abstrakte Formen. Steinbildhauer und Steinmetz Martin Wiese aus dem Schwarzwald bildet in seinen Skulpturen und Objekten nicht nur die Elemente der Natur ab. Er zeigt archaisch anmutende Gesichter und Monolithen, mystisch.

Mein Fazit:

Es hat sich mehr als gelohnt. Wieder habe ich ganz viele intensive Bilder mitgenommen, das Gefühl, dass Fachleute überall beste Qualität abliefern können, wenn sie wollen und es auch können. Selbst, wenn das Budget meist nicht so riesig ist. Die Giardina tat mir gut – und jetzt kann der Frühling kommen. Komme, was da wolle. Es gibt ganz viel zu tun.

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